Geschichte des Fußballs: Antike und Mittelalter
Wenn auch nicht so verbreitet, existierten ähnliche Formen der Körperertüchtigung auch bei den antiken Griechen und Römern. Oftmals als Teil der militärischen Ausbildung waren hier zum Beispiel Ballsportarten wie das griechische „Episkyros“ – von dem es kaum Überlieferungen gibt – oder das römische „Harpaston“ von Bedeutung. Bei letzterem handelt es sich nach heutigen Kriterien um eine Mischung aus Handball und Rugby – das Spiel blieb in den folgenden 700 bis 800 Jahren recht populär.
Römische Legionäre sollen auch dafür verantwortlich sein, dass der Fußball die britischen Inseln erreichte – zurückverfolgen lassen sich die Ursprünge des Fußballs in England jedoch nur bis etwa in das 10. Jahrhundert. Beim damaligen „Folk Football“ oder „Village Football“ handelte es sich um ein wirkliches Volksspiel, an dem ganze Ortschaften teilnahmen, die versuchten, einen Ball in das gegnerische Stadttor zu befördern.
Das „Spielfeld“ lag immer zwischen den Dörfern – auch wenn sich diese kilometerweit auseinander befanden. Die Regeln waren nicht genau definiert, ebenso wenig die Anzahl der Akteure. So nahmen am traditionellen Spiel zwischen den Pfarrbezirken All Saints und St. Peter's zwischen 500 und 1000 Akteure teil, die Spieldauer betrug rund sechs Stunden. Da der Volksfußball ausgesprochen brutal war und zu Verletzungen und sogar zu Todesfällen führte, verboten Kirche und Krone ihn mehrere Male. Kurioserweise finden sich erste schriftliche Hinweise auf die Existenz des Sports auch in königlichen Erlassen aus dem 14. Jahrhundert, in denen das Spiel, das in den Städten ganze Straßen ins Chaos stürzte, untersagt wurde. Bei Verstoß gegen dieses Gesetz drohte sogar Haft.
Auch wenn England als Mutterland des Fußballs gilt, entwickelte sich im 15. Jahrhundert zunächst Italien zum Zentrum einer verwandten Sportart, die unter dem Namen „giuoco del calcio" oder „calcio storico“ die Massen anzog. Bekannt geworden sind im Mittelalter beispielsweise die fußballähnlichen Kampfspiele in Florenz, bei denen zwei Zelte als Tore dienten und es mitunter sehr rüde zuging. Jede Mannschaft setzte sich aus 27 Spielern zusammen, es gab einen Torwart und einen Schiedsrichter.